Ein Viertel mehr Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche als 2014 in NRW wegen Anstieg der unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland

Donnerstag, 23. Juni 2016

Ein Viertel mehr Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche als 2014 in NRW wegen Anstieg der unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland

Im Jahr 2015 ergriffen die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen 16 649 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche; das waren 26,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2015 ergriffen die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen 16 649 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt mitteilt, waren das 26,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (2014: 13 198). Dieser Anstieg ist maßgeblich auf die Zunahme der Zahl von unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland zurückzuführen: 2015 reisten mit 6 246 fast dreimal so viele Kinder und Jugendliche ohne Eltern aus dem Ausland ein als im Jahr 2014 (damals: 2 201). Vorläufige Schutzmaßnahmen (Inobhutnahmen) werden vom Jugendamt dann ergriffen, wenn ein unmittelbares Handeln zum Schutz der Minderjährigen in Eil- und Notfällen als geboten erscheint.

Bei der Mehrzahl der im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen unter den Schutz der Jugendämter gestellten Kinder und Jugendlichen handelte es sich um Personen ab 14 Jahren (11 852); Kinder im Alter von unter 14 Jahren waren in 28,8 Prozent der Fälle (4 797) betroffen. 36,1 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen. Häufigste Anlässe für die vorläufige „Schutzmaßnahme” waren unbegleitetes Einreisen aus dem Ausland (6 246), Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (4 581) oder Beziehungsprobleme der Eltern (1 953).

11 058 der Inobhutnahmen (64,4 Prozent) wurden auf Initiative des Jugendamts oder der Polizei durchgeführt. In 3 616 Fällen (21,7 Prozent) ging das behördliche Eingreifen auf die Initiative des Kindes oder des Jugendlichen selbst zurück. In den übrigen Fällen wiesen z. B. Lehrer, Ärzte, Verwandte oder Nachbarn die Behörden auf die Notsituation der Kinder und Jugendlichen hin. (IT.NRW)

(160 / 16) Düsseldorf, den 23. Juni 2016

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