Gewinner und Verlierer des Corona-Lockdowns: Gegenläufige Umsatzentwicklung im NRW-Einzelhandel im Jahr 2020 in einzelnen Wirtschaftszweigen

Freitag, 13. August 2021

Gewinner und Verlierer des Corona-Lockdowns: Gegenläufige Umsatzentwicklung im NRW-Einzelhandel im Jahr 2020 in einzelnen Wirtschaftszweigen

Die Lockdown-Phasen haben im vergangenen Jahr zu zum Teil gegenläufigen Entwicklungen in den Branchen des nordrhein-westfälischen Einzelhandels geführt.

Düsseldorf (IT.NRW). Die Lockdown-Phasen haben im vergangenen Jahr zu zum Teil gegenläufigen Entwicklungen in den Branchen des nordrhein-westfälischen Einzelhandels geführt. Während z. B. der Versand- und Internet-Einzelhandel im Jahr 2020 seine realen Umsätze um 27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich steigern konnte, mussten im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen ein Rückgang um 20,5 Prozent hingenommen werden. Der Umsatz des gesamten Einzelhandels stieg gegenüber 2019 um 4,9 Prozent.

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand einer Analyse der Monatsstatistik im Einzelhandel mitteilt, erzielte der Versand- und Internet-Einzelhandel während der Lockdown-Phasen im April (+41,5 Prozent) und Dezember 2020 (+42,0 Prozent) die höchsten Umsatzsteigerungen gegenüber den entsprechenden Vormonatsergebnissen.

  • Tabellarische Daten der Grafik
Umsätze (real) im Einzelhandel Nordrhein-Westfalens 2020
– Veränderung gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat in Prozent –
Monat Wirtschaftszweig
Versand- und Internethandel Einzelhandel mit Lebensmitteln Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen
Januar +7,9 % −0,1 % −3,5 %
Februar +12,1 % +6,8 % −10,2 %
März +21,0 % +10,3 % −47,9 %
April +41,5 % +8,3 % −64,8 %
Mai +35,1 % +7,2 % −15,8 %
Juni +38,5 % +2,6 % −11,9 %
Juli +29,5 % +1,8 % −6,5 %
August +29,2 % +4,3 % −8,1 %
September +27,9 % +6,5 % −7,7 %
Oktober +30,5 % +6,7 % −3,9 %
November +36,5 % +0,1 % −17,5 %
Dezember +42,0 % +7,7 % −36,0 %

Im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen musste im Zuge des ersten Lockdowns im April 2020 ein Umsatzrückgang von 64,8 Prozent gegenüber April 2019 hingenommen werden. Wie die Statistiker mitteilen, war kein anderer der betrachteten Wirtschaftszweige während der Schließungen des stationären Einzelhandels in den Lockdowns so stark von Umsatzrückgängen betroffen wie diese Branche. Auch in den Monaten von Mai bis Dezember 2020 lagen die Umsätze in diesem Wirtschaftszweig unter den entsprechenden Umsätzen des Vorjahres.

Der Lebensmitteleinzelhandel musste im Jahr 2020 – als einer von wenigen Wirtschaftszweigen im Einzelhandel – während des Lockdowns nicht schließen. Hier lagen die Umsätze ab Februar 2020 über den entsprechenden Vorjahresergebnissen. Der höchste prozentuale Anstieg wurde im März mit 10,3 Prozent erzielt. Zu Beginn des zweiten Lockdowns im November lagen die Umsätze in etwa auf Vorjahresniveau (+0,1 Prozent) bevor sie im Dezember um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstiegen.

Diese und weitere Ergebnisse zum Thema Umsatzentwicklung im Einzelhandel im Corona-Jahr 2020 hat IT.NRW in seiner neuen, digital erscheinenden Publikationsreihe „Statistik kompakt” veröffentlicht. Die Statistiker haben in der Analyse untersucht, wie sich der nordrhein-westfälische Einzelhandel in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen im Jahr 2020 unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdowns entwickelt hat. Auch methodische Hintergründe zur Ermittlung der Umsätze und zur Auswahl der analysierten Wirtschaftszweige sind dort zu finden. (IT.NRW)

(316 / 21) Düsseldorf, den 13. August 2021

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