Rückblick auf den Zukunftskongress 2026
Zwischen Cybersicherheit, Cloud und digitaler Souveränität
Schon vor Beginn der Eröffnungsrede sind im Kuppelsaal des bcc Berliner Congress Centers kaum noch freie Plätze zu finden. Als Peter Altmaier die Bühne betritt, haben sich die Stuhlreihen längst gefüllt. Der volle Saal gibt einen ersten Eindruck davon, welche Bedeutung die Themen des Zukunftskongresses 2026 inzwischen gewonnen haben. Auf den zwei Etagen des bcc Berlin Congress Centers wurde vom 09.06.–10.06. diskutiert wie die digitale Zukunft von Staat und Verwaltung aussieht.
Im Foyer des Kongresszentrums begegnen einem immer wieder die großen Fragen rund um Digitalisierung: Vor den Sälen diskutieren Besucherinnen und Besucher nach den Panel-Diskussionen weiter. An den Messeständen wird beraten, Netzwerke aufgebaut und Kontakte geknüpft. Auf den Fluren sieht und hört man immer wieder dieselben Begriffe: Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, Cloud-Technologien und Cybersicherheit.
Cybersicherheit neu denken
Ein großes Thema in diesem Jahr: Cybersicherheit. Dabei geht es wohl schon lange nicht mehr um die Frage, ob öffentliche Einrichtungen Ziel von Cyberangriffen werden, sondern viel mehr wie sie darauf reagieren können. In einer Panel-Diskussion diskutieren Vertreter aus Verwaltung und IT darüber, wie sich öffentliche Systeme besser und sicherer aufstellen lassen.
Dabei rückt vor allem der Begriff Resilienz in den Mittelpunkt. Präsident von IT.NRW Dr. Oliver Heidinger beschreibt in einer Diskussionsrunde, in der es darum geht, wie sich öffentliche IT-Systeme gegen konkrete Cyberangriffe verteidigen können, einen Perspektivwechsel: „Wir können nicht jeden Angriff verhindern. Wir sollten gleichwohl sicherstellen, dass ein erfolgreicher Angriff niemals zum Verwaltungsstillstand führt. Es müsse weniger um absolute Sicherheit und mehr um die Fähigkeit gehen, mit solchen Angriffen umzugehen. Systeme sollen Angriffe früh erkennen, begrenzen und den Betrieb kontrolliert wieder herstellen können.“ Die Diskussion zeigt, dass moderne Cybersicherheit weit über klassische Schutzmaßnahmen hinausgeht.
Die Frage nach digitaler Souveränität
Neben Cybersicherheit dominiert ein weiteres Thema den Zukunftskongress: Digitale Souveränität. Vertreter von Behörden, IT-Dienstleistern und Technologieunternehmen diskutieren über die Frage, wie sich der Markt entwickelt hat und welche Anforderungen öffentliche Einrichtungen heute an Cloud-Lösung stellen.
Dabei geht es nicht nur um technische Fragen: Sicherheit, Datenschutz, Handlungsfähigkeit und digitale Souveränität spielen auch hier durchgehend eine Rolle.
Welche Lösungen stehen für Behörden zur Verfügung? Wie lassen sich Abhängigkeiten reduzieren?
Für Dr. Thomas Fischer von IT.NRW mangelt es nicht an souveränen Lösungen. Es gehe eher um die Problematik, dass vieles nicht umsetzbar sei. Er ist für einen pragmatischen Umgang mit dem Thema: „Wir brauchen einheitliche Standards und Schnittstellen mit Open Source Ansätzen. Und: wir müssen lernen, mit 80 % an den Start zu gehen.“
Ein Thema, viele Perspektiven
Auf der Ausstellungsfläche geht es auch immer wieder um genau diese Themen. Unternehmen und öffentliche IT-Dienstleister präsentieren ihre Anwendungen, Fachbesucherinnen und -besucher bleiben stehen, stellen Fragen und berichten über eigene Erfahrungen aus ihren Organisationen.
Hier gewinnt man schnell den Eindruck, dass die Digitalisierung der Verwaltung längst keine Zukunftsvision mehr ist. Zwar liefert der Zukunftskongress 2026 keine direkten, unmittelbar wirksame Antworten auf die großen Fragen, er zeigt aber deutlich, dass Verwaltung, Politik und Wirtschaft an denselben Fragen arbeiten. Für uns als IT-Dienstleister des Landes Nordrhein-Westfalen sind die Themen Cloud-Computing in Verbindung mit KI, Cybersicherheit und digitale Souveränität von besonderer Bedeutung. Veranstaltungen wie der Zukunftskongress bringen Expertinnen und Experten, Entscheiderinnen und Entscheider zusammen. Das ermöglicht es uns, über diese Themen zu diskutieren, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die das gesamte Land voranbringen.