NRW: 12,1 Prozent mehr Sorgeerklärungen nicht miteinander verheirateter Eltern im Jahr 2021

Mittwoch, 20. Juli 2022

NRW: 12,1 Prozent mehr Sorgeerklärungen nicht miteinander verheirateter Eltern im Jahr 2021

Im Jahr 2021 bearbeiteten die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen 36 453 Sorgeerklärungen nicht miteinander verheirateter Eltern. Das waren 12,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2021 bearbeiteten die nordrhein-westfälischen Jugendämter 36 453 Sorgeerklärungen nicht miteinander verheirateter Eltern. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 12,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (2020: 32 523). Während in 36 262 Fällen beide Eltern eine Sorgeerklärung (auch Sorgerechtserklärung genannt) abgegeben hatten, war in 191 Fällen den Eltern die Sorge aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung übertragen worden. Bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheirateten Eltern steht laut Gesetz die elterliche Sorge gemeinsam zu, wenn sie erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen, wenn sie einander heiraten oder wenn ihnen die gemeinsame Sorge durch ein Familiengericht übertragen wird (§ 1 626a Abs. 1 BGB).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Entzug der elterlichen Sorge und Sorgeerklärungen
in Nordrhein-Westfalen
Jahr vollständiger bzw. teilweiser
Entzug der elterlichen Sorge
Sorgeerklärungen
2014  4 331   28 368 
2015  4 119   30 208 
2016  4 187   32 090 
2017  4 328   33 506 
2018  4 572   34 818 
2019  4 771   33 763 
2020  4 638   32 523 
2021  4 229   36 453 

Das elterliche Sorgerecht kann dagegen eingeschränkt oder entzogen werden, wenn eine Gefahr für das körperliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes oder für sein Vermögen besteht. In diesen Fällen wird das Sorgerecht auf das Jugendamt oder einen Vormund bzw. Pfleger übertragen. Im Jahr 2021 ordneten die NRW-Familiengerichte 1 905 Maßnahmen zum vollständigen Entzug der elterlichen Sorge an. Das waren 5,3 Prozent weniger 2020 (damals: 2 012). In weiteren 2 324 Fällen erfolgten gerichtliche Maßnahmen zum teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Hierbei erkannten Familiengerichte den Eltern beispielsweise das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Kindes oder die Vermögenssorge ab (−11,5 Prozent gegenüber 2020). (IT.NRW)

(307 / 22) Düsseldorf, den 20. Juli 2022

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