NRW: 14,8 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen aber 11,5 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen im Januar 2022

Mittwoch, 9. März 2022

NRW: 14,8 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen aber 11,5 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen im Januar 2022

2 130 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren wurden im Januar 2022 in Nordrhein-Westfalen gestellt. Das waren 7,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Düsseldorf (IT.NRW). Im Januar 2022 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 130 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 7,0 Prozent mehr als im Januar 2021 (damals: 1 990 Verfahren).

310 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 14,8 Prozent weniger als im Januar 2021 (damals: 364 Verfahren). Von den im Januar 2022 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 1 320 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen, das waren 45,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Trotz der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lag die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren von Unternehmen damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt 2019: 446 Verfahren; 2020: 363 Verfahren; 2021: 329 Verfahren).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Beantragte Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen
Monat Insolvenzen insgesamt Zu- bzw. Abnahme*) der
Insolvenzen insgesamt
Darunter
Unternehmens-
insolvenzen
Verbraucher-
insolvenzen
Januar 2020 2 271 −8,4 % 489 1 409
Februar 2020 1 914 −5,9 % 414 1 178
März 2020 2 036 −8,3 % 409 1 277
April 2020 1 308 −41,8 % 326 727
Mai 2020 1 941 −15,0 % 423 1 125
Juni 2020 1 927 −4,0 % 338 1 231
Juli 2020 1 779 −21,8 % 428 1 007
August 2020 942 −54,6 % 296 429
September 2020 688 −66,0 % 301 236
Oktober 2020 862 −62,2 % 316 374
November 2020 972 −47,3 % 287 466
Dezember 2020**) 1 226 −14,2 % 326 688
Januar 2021 1 990 −12,4 % 364 1 273
Februar 2021 2 471 +29,1 % 317 1 761
März 2021 3 504 +72,1 % 384 2 517
April 2021 2 665 +103,7 % 392 1 736
Mai 2021 2 285 +17,7 % 312 1 505
Juni 2021 2 649 +37,5 % 342 1 836
Juli 2021 2 704 +52,0 % 355 1 847
August 2021 2 288 +142,9 % 301 1 555
September 2021 2 379 +245,8 % 328 1 608
Oktober 2021 2 285 +165,1 % 277 1 578
November 2021 2 331 +139,8 % 253 1 617
Dezember 2021 2 460 +100,7 % 325 1 673
Januar 2022***) 2 130 +7,0 % 310 1 420
*) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat; **) einschl. 111 nachgemeldete Verfahren (5 Unternehmen, 106 Verbraucher) des Amtsgerichtes Mönchengladbach aus dem ersten Halbjahr 2020; **) vorläufige, gerundete Ergebnisse

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber Januar 2021 um 11,5 Prozent auf 1 420 Anträge; gegenüber dem Vormonat (Dezember 2021: 1 673 Verfahren) sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 15,1 Prozent. Eine mögliche Ursache für den Rückgang im zweiten Halbjahr 2020 und den Anstieg im Jahr 2021 könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen vor allem im zweiten Halbjahr 2020 (Sechsmonatsdurchschnitt: 533 Verfahren) ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese dann nach dem Jahreswechsel gestellt haben. Ein Indiz hierfür ist, dass der Monatsdurchschnitt des Jahres 2021 mit 1 709 Verfahren über dem Niveau von 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 1 316) liegt. Neben Verbrauchern und Unternehmen beantragten noch 400 sonstige Antragsteller die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(80 / 22) Düsseldorf, den 9. März 2022

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