NRW: 2021 empfingen wieder mehr Menschen Asylbewerberleistungen

Dienstag, 15. November 2022

NRW: 2021 empfingen wieder mehr Menschen Asylbewerberleistungen

Die Zahl der Leistungsbezieher/-innen war Ende 2021 mit 85 980 Personen um 5 330 bzw. 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Düsseldorf (IT.NRW). Erstmals seit 2015 ist die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen zur Deckung des täglichen Bedarfs (sog. Regelleistungen) nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Nordrhein-Westfalen wieder gestiegen: Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Zahl der Leistungsempfänger/-innen am 31. Dezember 2021 mit 85 980 um 5 330 Personen bzw. 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Neuzugänge im letzten Quartal des Jahres 2021 zurückzuführen: Ende 2021 war die Zahl der Menschen, die erst seit weniger als drei Monaten Leistungen bezogen, um 12 000 höher als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Personen, die bereits länger als ein Jahr Asylbewerberleistungen erhielten, war dagegen rückläufig (−9 740).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Empfänger/-innen von Regeglleistungen nach dem Asylbewerberleistungesetz in Nordrhein-Westfalen nach der bisherigen Dauer des Leistungsbezugs
Dauer des Leistungsbezugs Stichtag
31.12.2020 31.12.2021
unter 3 Monate 3 000 15 000
3 bis unter 12 Monate 10 300 13 370
ein bis unter 3 Jahre 26 935 20 075
3 Jahre und mehr 40 415 37 535
insgesamt 80 650 85 980

Mehr als die Hälfte der Menschen mit Regelleistungsbezug in NRW stammte aus Asien (57,3 Prozent), knapp ein Viertel aus Europa (23,6 Prozent) und 16,9 Prozent aus Afrika. Die häufigsten Herkunftsländer waren Irak und Syrien, bei denen 2021 auch der größte Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war: Ende 2021 hatten 14,6 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger eine irakische Staatsbürgerschaft (+0,4 Prozentpunkte) und 9,4 Prozent eine syrische (+3,5 Prozentpunkte). Menschen mit afghanischer Staatsbürgerschaft waren mit 8,5 Prozent (+0,4 Prozentpunkte) vertreten.

  • Tabellarische Daten der Grafik
Empfänger/-innen von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Nordrhein-Westfalen
TOP 10 der Herkunftsländer
Herkunftsland Stichtag
31.12.2020 31.12.2021
Mazedonien 1 955 2 840
Libanon 2 995 3 130
Russland 3 375 3 165
Türkei 3 145 3 365
Serbien 3 855 4 225
Nigeria 4 375 4 385
Iran 4 580 4 695
Afghanistan 6 535 7 315
Syrien 4 735 8 095
Irak 10 510 12 515

Gut drei Fünftel (61,8 Prozent) der Personen mit Regelleistungsbezug waren Ende 2021 im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 64 Jahren; der Anteil war damit um 2,7 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Kinder und Jugendliche stellten mit 37,1 Prozent die zweitgrößte Altersgruppe (+2,8 Prozentpunkte). Unbegleitet eingereiste Minderjährige aus dem Ausland zählen nicht zu den Empfängerinnen und Empfängern von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Personen ab 65 Jahren hatten – wie schon Ende 2020 – einen Anteil von 1,2 Prozent an allen Regelleistungsbeziehern. Auch zum Jahresende 2021 war die Mehrheit der Personen, die Regelleistungen bezogen, männlich (58,9 Prozent, −2,2 Prozentpunkte).

IT.NRW als Statistisches Landesamt erhebt und veröffentlicht zuverlässige und objektive Daten für das Bundesland Nordrhein-Westfalen für mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage. Dies ist dank der zuverlässigen Meldungen der Befragten möglich, die damit einen wichtigen Beitrag für eine informierte demokratische Gesellschaft leisten. Nur auf Basis aussagekräftiger statistischer Daten können Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft getroffen werden. (IT.NRW)

(458 / 22) Düsseldorf, den 15. November 2022

Ergebnisse für kreisfreie Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen in der Landesdatenbank NRW.

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