NRW: 2,2 Milliarden Euro Verluste aus beendeten Insolvenzverfahren

Mittwoch, 27. Dezember 2017

NRW: 2,2 Milliarden Euro Verluste aus beendeten Insolvenzverfahren

87,1 Prozent der 34 984 im Jahr 2011 eröffneten Insolvenzverfahren wurden bis zum 31. Dezember 2015 beendet.

Düsseldorf (IT.NRW). 87,1 Prozent der 34 984 im Jahr 2011 eröffneten Insolvenzverfahren wurden bis zum 31. Dezember 2015 beendet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, betrafen 23 273 der beendeten Verfahren Verbraucher, 5 705 Unternehmen, 1 173 ehemals selbstständig Tätige und 336 natürliche Personen als Gesellschafter, Nachlässe und Gesamtgut. Mit 94,2 Prozent wiesen Insolvenzverfahren von Verbrauchern die höchste Beendigungsquote auf, bei Unternehmen war sie mit 66,6 Prozent am niedrigsten.

Die Verluste aus den bis 2015 beendeten Insolvenzverfahren beliefen sich auf 2,2 Milliarden Euro und waren damit um 2,0 Prozent niedriger als in der Vorperiode (in 2010 eröffnete und bis Ende 2014 beendete Insolvenzverfahren: 2,3 Milliarden Euro). Dabei entfielen auf die Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzverfahren jeweils rund 1,0 Milliarden Euro, obwohl es mehr als viermal so viele beendete Verbraucherinsolvenzverfahren wie Unternehmensinsolvenzen gab.

Wenn Insolvenzverfahren mit einer Schlussverteilung enden, erhält jeder Gläubiger - bezogen auf seine Forderungen - den gleichen Anteil. Bei der Befriedigung von Absonderungsrechten kommt der erzielte Erlös hingegen nur dem Gläubiger zugute, der das jeweilige Absonderungsrecht, zum Beispiel an einer eingetragenen Grundschuld oder Hypothek, innehat. Im Durchschnitt haben die Gläubiger bei den in 2011 eröffneten und bis Ende 2015 beendeten Insolvenzverfahren im Rahmen der Schlussverteilung 1,9 Prozent ihrer anerkannten Forderungen erhalten (sog. Deckungsquote im engeren Sinn). Bei Einbezug der befriedigten Absonderungsrechte (sog. Deckungsquote im weiteren Sinn) ergibt sich ein Anteil von 3,7 Prozent. Im Vergleichszeitraum von 2010 bis 2014 waren mit 4,0 Prozent bzw. 6,1 Prozent höhere Deckungsquoten erzielt worden.

112 Unternehmen konnten im Rahmen eines Insolvenzverfahrens saniert werden; dies entspricht einer Quote von 2,0 Prozent (2010 bis 2014: 2,2 Prozent). Dadurch wurden 2 269 Arbeitsplätze gesichert. (IT.NRW)

(362 / 17) Düsseldorf, den 27. Dezember 2017

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