NRW: 2,3 Milliarden Euro Verluste aus beendeten Insolvenzverfahren

Freitag, 3. Februar 2017

NRW: 2,3 Milliarden Euro Verluste aus beendeten Insolvenzverfahren

Bis zum 31. Dezember 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen von den 36 042 im Jahr 2010 eröffneten Insolvenzverfahren 30 769 Verfahren beendet.

Düsseldorf (IT.NRW). Bis zum 31. Dezember 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen von den 36 042 im Jahr 2010 eröffneten Insolvenzverfahren 30 769 Verfahren beendet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, betrafen 23 670 der beendeten Verfahren Verbraucher, 5 758 Unternehmen, 1 013 ehemals selbstständig Tätige und 328 natürliche Personen, Gesellschafter, Nachlässe und Gesamtgut. Verbraucherinsolvenzverfahren wiesen mit 92,4 Prozent die höchste, Unternehmensinsolvenzverfahren mit 65,3 Prozent die niedrigste Beendigungsquote auf.

Die Verluste aus den bis 2014 beendeten Insolvenzverfahren beliefen sich auf 2,3 Milliarden Euro und haben sich im Vergleich zur Vorperiode halbiert (in 2009 eröffnete und bis Ende 2013 beendete Insolvenzverfahren: 4,6 Mrd. Euro). Mit 1,1 Milliarden Euro entfiel knapp die Hälfte der Verluste auf Unternehmensinsolvenzverfahren, 42,9 Prozent (1,0 Mrd. Euro) betrafen Verbraucherinsolvenzen.

Im Durchschnitt über alle Verfahren haben die Gläubiger im Rahmen der Schlussverteilung 4,0 Prozent ihrer anerkannten Forderungen erhalten (sog. Deckungsquote im engeren Sinn). Bei Einbezug der befriedigten Absonderungsrechte erhöhte sich der Anteil auf 6,1 Prozent (sog. Deckungsquote im weiteren Sinn). Während bei der Schlussverteilung grundsätzlich jeder Gläubiger - bezogen auf seine Forderungen - den gleichen Anteil erhält, kommt der erzielte Erlös bei einer Absonderung nur dem Gläubiger zugute, der das Absonderungsrecht z. B. an einer eingetragenen Grundschuld oder Hypothek innehat. Im Vergleichszeitraum von 2009 bis 2013 waren mit 1,5 Prozent bzw. 2,5 Prozent geringere Deckungsquoten im engeren und weiteren Sinn erzielt worden. Bei den in 2010 eröffneten und bis Ende 2014 beendeten Verfahren konnten die Forderungen der Gläubiger bei den Unternehmensinsolvenzen mit Quoten von 6,4 Prozent bzw. 9,2 Prozent in höherem Umfang befriedigt werden als bei den Verbraucherinsolvenzen mit 1,6 Prozent bzw. 2,9 Prozent.

127 Unternehmen konnten im Rahmen eines Insolvenzverfahrens saniert werden; dies entspricht einer Quote von 2,2 Prozent (2009 bis 2013: 2,8 Prozent). Dadurch wurden 2002 Arbeitsplätze gesichert. (IT.NRW)

(029 / 17) Düsseldorf, den 03. Februar 2017

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