NRW: 9,4 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen aber 245,5 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen im November 2021

Dienstag, 11. Januar 2022

NRW: 9,4 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen aber 245,5 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen im November 2021

2 320 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren wurden im November 2021 in Nordrhein-Westfalen insgesamt gestellt. Das waren 138,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Düsseldorf (IT.NRW). Im November 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 320 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 138,7 Prozent mehr als im November 2020 (damals: 972 Verfahren) und 1,5 Prozent mehr als im Oktober 2021 (2 285 Verfahren).

260 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 9,4 Prozent weniger als im November 2020 (287 Verfahren). Von den im November 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 510 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Trotz der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lag die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren von Unternehmen damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt 2019: 446 Verfahren; 2020: 363 Verfahren).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Beantragte Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen
Monat Insolvenzen insgesamt Zu- bzw. Abnahme*) der
Insolvenzen insgesamt
Darunter
Unternehmens-
insolvenzen
Verbraucher-
insolvenzen
November 2019 1 845 −14,5 % 376 1 136
Dezember 2019 1 428 −26,0 % 335 822
Januar 2020 2 271 −8,4 % 489 1 409
Februar 2020 1 914 −5,9 % 414 1 178
März 2020 2 036 −8,3 % 409 1 277
April 2020 1 308 −41,8 % 326 727
Mai 2020 1 941 −15,0 % 423 1 125
Juni 2020 1 927 −4,0 % 338 1 231
Juli 2020 1 779 −21,8 % 428 1 007
August 2020 942 −54,6 % 296 429
September 2020 688 −66,0 % 301 236
Oktober 2020 862 −62,2 % 316 374
November 2020 972 −47,3 % 287 466
Dezember 2020 1 226 −14,2 % 326 688
Januar 2021**) 1 990 −12,4 % 364 1 273
Februar 2021 2 471 +29,1 % 317 1 761
März 2021 3 504 +72,1 % 384 2 517
April 2021 2 665 +103,7 % 392 1 736
Mai 2021 2 285 +17,7 % 312 1 505
Juni 2021 2 649 +37,5 % 342 1 836
Juli 2021 2 704 +52,0 % 355 1 847
August 2021 2 288 +142,9 % 301 1 555
September 2021 2 379 +245,8 % 328 1 608
Oktober 2021 2 285 +165,1 % 277 1 578
November 2021***) 2 320 +138,7 % 260 1 610
*) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat; **) einschl. 111 nachgemeldete Verfahren (5 Unternehmen, 106 Verbraucher) des Amtsgerichtes Mönchengladbach aus dem ersten Halbjahr 2020; ***) vorläufige, gerundete Ergebnisse

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber November 2020 um 245,5 Prozent auf 1 610 Anträge; gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 2,0 Prozent (Oktober 2021: 1 578 Verfahren). Eine mögliche Ursache für den Anstieg gegenüber November 2020 könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen vor allem im zweiten Halbjahr 2020 (Sechsmonatsdurchschnitt: 533) ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese dann nach dem Jahreswechsel gestellt haben. Ein Indiz hierfür ist, dass die monatliche Zahl der Verbraucherinsolvenzen seit Februar 2021 über dem Niveau von 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 1 316) liegt. Neben Verbrauchern und Unternehmen beantragten noch 450 sonstige Antragsteller die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(9 / 22) Düsseldorf, den 11. Januar 2022

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