NRW: Unternehmensinsolvenzen im Oktober 2021 um 11,4 Prozent niedriger – Verbraucherinsolvenzen stiegen um 322,5 Prozent

Mittwoch, 8. Dezember 2021

NRW: Unternehmensinsolvenzen im Oktober 2021 um 11,4 Prozent niedriger – Verbraucherinsolvenzen stiegen um 322,5 Prozent

2 290 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren wurden im Oktober 2021 in Nordrhein-Westfalen gestellt. Das war ein Anstieg um fast 166 Prozent.

Düsseldorf (IT.NRW). Im Oktober 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 290 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 165,7 Prozent mehr als im Oktober 2020 (damals: 862 Verfahren) aber nur 0,5 Prozent mehr als im Oktober 2019 (2 279 Verfahren).

280 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 11,4 Prozent weniger als im Oktober 2020 (316 Verfahren). Von den im Oktober 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 570 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Trotz der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lag die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren von Unternehmen damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt 2019: 446 Verfahren; 2020: 363 Verfahren).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Beantragte Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen
Monat Insolvenzen insgesamt Zu- bzw. Abnahme*) der
Insolvenzen insgesamt
Darunter
Unternehmens-
insolvenzen
Verbraucher-
insolvenzen
Oktober 2019 2 279 −5,9 % 500 1 381
November 2019 1 845 −14,5 % 376 1 136
Dezember 2019 1 428 −26,0 % 335 822
Januar 2020 2 271 −8,4 % 489 1 409
Februar 2020 1 914 −5,9 % 414 1 178
März 2020 2 036 −8,3 % 409 1 277
April 2020 1 308 −41,8 % 326 727
Mai 2020 1 941 −15,0 % 423 1 125
Juni 2020 1 927 −4,0 % 338 1 231
Juli 2020 1 779 −21,8 % 428 1 007
August 2020 942 −54,6 % 296 429
September 2020 688 −66,0 % 301 236
Oktober 2020 862 −62,2 % 316 374
November 2020 972 −47,3 % 287 466
Dezember 2020**) 1 226 −14,2 % 326 688
Januar 2021 1 990 −12,4 % 364 1 273
Februar 2021 2 471 +29,1 % 317 1 761
März 2021 3 504 +72,1 % 384 2 517
April 2021 2 665 +103,7 % 392 1 736
Mai 2021 2 285 +17,7 % 312 1 505
Juni 2021 2 649 +37,5 % 342 1 836
Juli 2021 2 704 +52,0 % 355 1 847
August 2021 2 288 +142,9 % 301 1 555
September 2021 2 379 +245,8 % 328 1 608
Oktober 2021***) 2 290 +165,7 % 280 1 580
*) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat; **) einschl. 111 nachgemeldete Verfahren (5 Unternehmen, 106 Verbraucher) des Amtsgerichtes Mönchengladbach aus dem ersten Halbjahr 2020; ***) vorläufige, gerundete Ergebnisse

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber Oktober 2020 um 322,5 Prozent auf 1 580 Anträge; gegenüber dem Vormonat ging die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen allerdings um 1,7 Prozent zurück (September 2021: 1 608 Verfahren). Eine mögliche Ursache für den Anstieg gegenüber Oktober 2020 könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen vor allem im zweiten Halbjahr 2020 (Monatsdurchschnitt: 533) ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese dann nach dem Jahreswechsel gestellt haben. Ein Indiz hierfür ist, dass die monatliche Zahl der Verbraucherinsolvenzen seit Februar 2021 über dem Niveau von 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 1 316) liegt. Neben Verbrauchern und Unternehmen beantragten noch 430 sonstige Antragsteller die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(478 / 21) Düsseldorf, den 8. Dezember 2021

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