NRW: Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Juli 2021 um 13,6 Prozent niedriger – Verbraucherinsolvenzen um 83,7 Prozent höher als im Juli 2020

Freitag, 10. September 2021

NRW: Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Juli 2021 um 13,6 Prozent niedriger – Verbraucherinsolvenzen um 83,7 Prozent höher als im Juli 2020

Im Juli 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 700 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt.

Düsseldorf (IT.NRW). Im Juli 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 700 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 51,8 Prozent mehr als im Juli 2020 (damals: 1 779 Verfahren).

370 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 13,6 Prozent weniger als im Juli 2020 (428 Verfahren). Von den im Juli 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 2 220 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Trotz der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lag die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren von Unternehmen damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt 2019: 446 Verfahren; 2020: 363 Verfahren).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Beantragte Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen
Monat Insolvenzen insgesamt Zu- bzw. Abnahme*) der
Insolvenzen insgesamt
Darunter
Unternehmens-
insolvenzen
Verbraucher-
insolvenzen
Juli 2019 2 276 −7,8 % 471 1 396
August 2019 2 075 −8,8 % 450 1 285
September 2019 2 022 +0,5 % 408 1 301
Oktober 2019 2 279 −5,9 % 500 1 381
November 2019 1 845 −14,5 % 376 1 136
Dezember 2019 1 428 −26,0 % 335 822
Januar 2020 2 271 −8,4 % 489 1 409
Februar 2020 1 914 −5,9 % 414 1 178
März 2020 2 036 −8,3 % 409 1 277
April 2020 1 308 −41,8 % 326 727
Mai 2020 1 941 −15,0 % 423 1 125
Juni 2020 1 927 −4,0 % 338 1 231
Juli 2020 1 779 −21,8 % 428 1 007
August 2020 942 −54,6 % 296 429
September 2020 688 −66,0 % 301 236
Oktober 2020 862 −62,2 % 316 374
November 2020 972 −47,3 % 287 466
Dezember 2020**) 1 226 −14,2 % 326 688
Januar 2021 1 990 −12,4 % 364 1 273
Februar 2021 2 471 +29,1 % 317 1 761
März 2021 3 504 +72,1 % 384 2 517
April 2021 2 665 +103,7 % 392 1 736
Mai 2021 2 285 +17,7 % 312 1 505
Juni 2021 2 649 +37,5 % 342 1 836
Juli 2021***) 2 700 +51,8 % 370 1 850
*) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat; **) einschl. 111 nachgemeldete Verfahren (5 Unternehmen, 106 Verbraucher) des Amtsgerichtes Mönchengladbach aus dem ersten Halbjahr 2020; ***) vorläufige, gerundete Ergebnisse

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber Juli 2020 um 83,7 Prozent auf 1 850 Anträge. Eine mögliche Ursache für den Anstieg könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen vor allem im zweiten Halbjahr 2020 (Monatsdurchschnitt: 533) ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese dann nach dem Jahreswechsel gestellt haben. Ein Indiz hierfür ist, dass die monatliche Zahl der Verbraucherinsolvenzen seit Februar 2021 über dem Niveau von 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 1 316) liegt. Neben Verbrauchern und Unternehmen beantragten noch 480 sonstige Antragsteller die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(355 / 21) Düsseldorf, den 10. September 2021

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