NRW: Zahl der Verbraucherinsolvenzen im April 2021 um 139,3 Prozent gestiegen - Unternehmensinsolvenzen stiegen um 22,7 Prozent

Freitag, 11. Juni 2021

NRW: Zahl der Verbraucherinsolvenzen im April 2021 um 139,3 Prozent gestiegen - Unternehmensinsolvenzen stiegen um 22,7 Prozent

Im April 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 670 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt.

Düsseldorf (IT.NRW). Im April 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 670 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 104,1 Prozent mehr als im April 2020 (damals: 1 308 Verfahren). Der Zuwachs bei den Unternehmensinsolvenzen fiel allerdings geringer aus als bei den Verbraucherinsolvenzen.

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber April 2020 um 139,3 Prozent auf 1 740 Anträge. Eine mögliche Ursache für den Anstieg könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen vor allem im zweiten Halbjahr 2020 ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese nun nach dem Jahreswechsel gestellt haben. Gegenüber März 2021 ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 30,9 Prozent auf 2 517 Verfahren gesunken.

  • Tabellarische Daten der Grafik
Beantragte Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen
Monat Insolvenzen insgesamt Zu- bzw. Abnahme*) der
Insolvenzen insgesamt
Darunter
Unternehmens-
insolvenzen
Verbraucher-
insolvenzen
April 2019 2 247 +0,9 % 516 1 389
Mai 2019 2 284 +3,8 % 443 1 510
Juni 2019 2 008 −14,8 % 397 1 274
Juli 2019 2 276 −7,8 % 471 1 396
August 2019 2 075 −8,8 % 450 1 285
September 2019 2 022 +0,5 % 408 1 301
Oktober 2019 2 279 −5,9 % 500 1 381
November 2019 1 845 −14,5 % 376 1 136
Dezember 2019 1 428 −26,0 % 335 822
Januar 2020 2 271 −8,4 % 489 1 409
Februar 2020 1 914 −5,9 % 414 1 178
März 2020 2 036 −8,3 % 409 1 277
April 2020 1 308 −41,8 % 326 727
Mai 2020 1 941 −15,0 % 423 1 125
Juni 2020 1 927 −4,0 % 338 1 231
Juli 2020 1 779 −21,8 % 428 1 007
August 2020 942 −54,6 % 296 429
September 2020 688 −66,0 % 301 236
Oktober 2020 862 −62,2 % 316 374
November 2020 972 −47,3 % 287 466
Dezember 2020***) 1 226 −14,2 % 326 688
Januar 2021 1 990 −12,4 % 364 1 273
Februar 2021 2 471 +29,1 % 317 1 761
März 2021 3 504 +72,1 % 384 2 517
April 2021**) 2 670 +104,1 % 400 1 740
*) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat;
**) vorläufige, gerundete Ergebnisse;
***) einschl. 111 nachgemeldete Verfahren (5 Unternehmen, 106 Verbraucher) des Amtsgerichtes Mönchengladbach aus dem ersten Halbjahr 2020

400 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 22,7 Prozent mehr als im April 2020 (326 Verfahren) aber 116 Anträge weniger als im April 2019 (516 Verfahren). Von den im April 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 925 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Trotz der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lag die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 446 Verfahren) aber über dem Niveau des Jahres 2020 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 363 Verfahren). Ein Grund dafür könnte u. a. sein, dass auch im April 2021 die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrages für Unternehmen teilweise weiterhin ausgesetzt war. Neben Verbrauchern und Unternehmen beantragten noch 530 sonstige Antragsteller die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(212 / 21) Düsseldorf, den 11. Juni 2021

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