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IT-Dienstleister und Statistik
Mittwoch, 20. Mai 2026

Privathaushalte in NRW: Renten- und kapitalbildende Lebensversicherungen verlieren an Bedeutung

  • Größtes Plus bei zusätzlichen privaten Krankenversicherungen (+15,6 Prozentpunkte)
  • Größter Rückgang bei kapitalbildenden Lebensversicherungen (–6,3 Prozentpunkte)
  • Private Haftpflichtversicherung bleibt die am weitesten verbreitete Versicherung und wächst weiter (+6,4 Prozentpunkte)
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Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2023 verfügten 88,6 % der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen über eine private Haftpflichtversicherung. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ist sie damit die verbreitetste Versicherungsform. Es folgten Kfz-Versicherungen mit 82,1 %, Hausratversicherungen mit 78,6 % sowie Rechtsschutzversicherungen mit 48,7 %. Fast die Hälfte bzw. 48,5 % der Haushalte war 2023 zudem mit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung abgesichert.

NRW-Haushalte mit Versicherungen 2018 zu 2023

Größtes Plus bei zusätzlichen privaten Krankenversicherungen – größter Rückgang bei kapitalbildenden Lebensversicherungen

Bei den Versicherungsarten zeigen sich im Vergleich zum Jahr 2018 unterschiedliche Entwicklungen. Die zusätzliche private Krankenversicherung verzeichnete mit +15,6 Prozentpunkten den deutlichsten Zuwachs. Die private Haftpflichtversicherung (+6,4 Prozentpunkte), die Rechtsschutzversicherung (+2,9 Prozentpunkte) sowie die Hausratversicherung (+2,1 Prozentpunkte) legten ebenso zu. Auch die Anteile der Kfz-Versicherung, der zusätzlich private Kranken- und Pflegeversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung sowie der Risikolebensversicherung entwickelten sich positiv.

Rückläufig war hingegen die Verbreitung klassischer Altersvorsorgeprodukte: So sank der Anteil der Haushalte mit kapitalbildenden Lebensversicherungen von 33,1 % im Jahr 2018 auf 26,8 % im Jahr 2023 (&−6,3 Prozentpunkte). Auch private Rentenversicherungen sowie Riester-, Basis- bzw. Rürup-Rentenversicherungen verloren an Bedeutung. Die Ausstattung mit privaten Unfallversicherungen ging ebenfalls leicht zurück.

Insgesamt deuten die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) auf einen Strukturwandel im Versicherungsverhalten der Haushalte hin: Während klassische, langfristig angelegte Vorsorgeprodukte seltener genutzt werden, steigt die Nachfrage nach ergänzenden Absicherungen im Gesundheits- und Risikobereich.

Hinweise zur Statistik

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist die größte freiwillige Haushaltserhebung in Deutschland und wird alle fünf Jahre durchgeführt. An der Erhebung 2023 nahmen in Nordrhein-Westfalen 10.626 Haushalte teil. Die Ergebnisse werden auf eine Grundgesamtheit von rund 8,7 Millionen private Haushalte hochgerechnet. Die EVS liefert umfassende Informationen zu Einkommen, Konsum, Versicherungen, Vermögen, Schulden sowie zur Ausstattung privater Haushalte. Im Rahmen der EVS 2023 wurden methodische Weiterentwicklungen umgesetzt, unter anderem durch erweiterte digitale Erhebungsmöglichkeiten. Zudem wurde der Schlüssel für Einnahmen und Ausgaben (SEA) im Jahr 2021 überarbeitet. Zeitvergleiche mit früheren Erhebungen sind daher teilweise nur eingeschränkt möglich. Zur Zählweise der Krankenversicherung gilt: Die Ergebnisse beziehen sich auf Haushalte. Haushalte, in denen mindestens eine Person privat krankenversichert ist, werden entsprechend ausgewiesen. Sind beispielsweise Mann und Frau unterschiedlich versichert – etwa eine Person privat und die andere gesetzlich –, wird der Haushalt der Kategorie „mit privat krankenversicherten Personen” zugeordnet. Eine eindeutige Zuordnung ausschließlich zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung erfolgt in diesen Fällen daher nicht.

Weitere methodische Hinweise enthält der Qualitätsbericht.

Über IT.NRW

Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

Weitere NRW-Ergebnisse zur EVS – Ausstattung, Konsumausgaben sowie Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte finden Sie in der Landesdatenbank NRW.

(134 / 26) Düsseldorf, den 20. Mai 2026

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