Themenspezial zur Europawahl 2019

Mittwoch, 8. Mai 2019

Themenspezial zur Europawahl 2019

Am 26. Mai 2019 steht die neunte Europawahl an. Dieses Ereignis hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt zum Anlass genommen, sich des Themas Europa anzunehmen.

Wieviel Europa steckt in Nordrhein-Westfalen? – Ein Überblick in Zahlen

Düsseldorf (IT.NRW). Am 26. Mai 2019 steht die neunte Europawahl an. Dieses Ereignis hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt zum Anlass genommen, sich des Themas Europa anzunehmen. Die Frage „Wieviel Europa steckt in Nordrhein-Westfalen?” wird anhand von Zahlen aus verschiedenen Statistiken beantwortet. Dabei werden Zahlen und Daten aus den vier Themenschwerpunkten Menschen, Mobilität, Wirtschaft und Politik vorgestellt.

EU-Wahl-Banner Menschen

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08.05.2019

Themenschwerpunkt: Menschen

Mit fast 18 Millionen Einwohnern ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland. Die in ihm lebenden Menschen sind multikulturell und haben unterschiedlichste Wurzeln. Insgesamt leben mehr als 2,6 Millionen (Stand: 31.12.2018) Ausländerinnen und Ausländer an Rhein und Ruhr. Davon haben rund 1,03 Millionen die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes (außer Deutschland).

Wie viele der Einwohnerinnen und Einwohner haben einen europäischen Migrationshintergrund und tragen somit ein Stück Europa in sich? Rund 1,8 Millionen Menschen leben in NRW, die einen Migrationshintergrund eines europäischen Mitgliedslandes haben. Das entspricht einem Anteil von 10,2 Prozent an der gesamten Bevölkerung in privaten Haushalten (knapp 17,7 Millionen, Stand: 2017).

Anteil der Menschen in NRW

Anteil der Menschen in NRW

08.05.2019
Abb. 1: Anteil der Menschen in NRW mit Migrationshintergrund eines europäischen Mitgliedslandes
Die zehn Nationalitäten mit dem größten Anteil

Die zehn Nationalitäten mit dem größten Anteil

08.05.2019
Abb. 2: Die zehn Nationalitäten mit dem größten Anteil von EU-Bürgern in NRW

Wirft man einen Blick auf die Menschen, die einen EU-europäischen Pass besitzen, so ist am häufigsten die polnische Staatsangehörigkeit mit einem Anteil von 21,4 Prozent an der Gesamtheit der rund 1,0 Millionen EU-europäischen Bürgerinnen und Bürger in NRW vertreten. Auf Platz zwei und drei folgen Italien mit 13,8 Prozent und Rumänien mit 12,5 Prozent (Stand: 2018)

Für einige kreisfreien Städte und Kreise des Landes ergeben aber zum Teil andere Verteilungen: So ist in Düsseldorf, in Bielefeld und im Märkischen Kreis beispielsweise die griechische Staatsangehörigkeit am häufigsten vertreten.

Die folgende Karte verdeutlicht die jeweilig am häufigsten vertretene EU-Staatsangehörigkeit:

EU-Ausländerinnen und Ausländer in den kreisfreien Städten und Kreisen

EU-Ausländerinnen und Ausländer in den kreisfreien Städten und Kreisen

08.05.2019

Eine Vielzahl EU-europäischer Personen lässt sich jedes Jahr in NRW einbürgern. Beispielsweise erwarben im Jahr 2017 in NRW 8 448 Personen mit der bisherigen Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaates die deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von 30,9 Prozent an allen in diesem Jahr eingebürgerten Personen. Die meisten Personen hatten vorher einen britischen, polnischen, griechischen, italienischen oder rumänischen Pass.

Top 5 der EU-Nationalitäten

Top 5 der EU-Nationalitäten

08.05.2019
Abb. 3: Top 5 der EU-Nationalitäten in Bezug auf Einbürgerungen in 2017

Die Möglichkeit, sich innerhalb der EU frei niederlassen zu dürfen, zeigt sich insbesondere in der Zahl der Personen, die aus NRW in andere europäische Staaten umziehen:

Zahl der Fortzüge aus NRW

Zahl der Fortzüge aus NRW

08.05.2019
Abb. 4: Zahl der Fortzüge aus NRW in andere europäische Mitgliedsstaaten in 2017

Im Jahr 2017 zogen insgesamt 115 100 Personen in einen anderen EU-Staat. Häufigste Fortzugsziele waren Rumänien (32 301), Polen (26 095) und Bulgarien (11 052). Dies sind auch die EU-Länder, aus denen im Jahr 2017 die meisten Personen nach NRW zuzogen.

2017 wurde auch EU-europäisch geheiratet: Bei 5 383 der im Jahre 2017 in NRW geschlossenen Ehen (6,2 Prozent) hatte eine Ehepartnerin oder ein Ehepartner die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes (außer der deutschen).

Zahl der Eheschließungen in 2017

Zahl der Eheschließungen in 2017

08.05.2019
Abb. 5: Zahl der Eheschließungen in 2017 insgesamt und mit Beteiligung eines Ehepartners mit EU-europäischer Staatsangehörigkeit (außer deutsch)

In der Gruppe der frisch vermählten EU-Ausländerinnen und EU-Ausländer waren bei den Ehefrauen Polinnen, Italienerinnen und Rumäninnen am stärksten vertreten, bei den Ehemännern waren es am häufigsten Italiener, Polen und Niederländer.

Von den 171 984 im Jahre 2017 in NRW geborenen Kindern hatten 16 961 mindestens ein Elternteil, dessen Staatsangehörigkeit EU-europäisch und nicht deutsch war. Das entspricht einer Quote von fast zehn Prozent. Zum Vergleich: Bei 104 855 geborenen Kindern waren sowohl Mutter als auch Vater Deutsche. (IT.NRW)

Nationalität der Elternpaare

Nationalität der Elternpaare

08.05.2019
Abb. 6: Nationalität der Elternpaare der im Jahre 2017 in NRW geborenen Kinder

(107 / 19) Düsseldorf, den 8. Mai 2019

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