Wieviel Vielfalt steckt in Nordrhein-Westfalen? – Behinderung

Montag, 25. Mai 2020

Wieviel Vielfalt steckt in Nordrhein-Westfalen? – Behinderung

Am 26. Mai 2020 ist der 8. Deutsche Diversity-Tag.

Düsseldorf (IT.NRW). Am 26. Mai 2020 ist der 8. Deutsche Diversity-Tag. Dieses Ereignis hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt zum Anlass genommen, sich des Themas „Vielfalt” anzunehmen. Die Frage „Wie vielfältig ist Nordrhein-Westfalen?” wird anhand von Zahlen aus verschiedenen thematisch passenden Statistiken beantwortet. Dabei werden Aspekte zu den vier Themenbereichen „Geschlecht”, „Migration”, „gleichgeschlechtliche Partnerschaften” und „Behinderung” vorgestellt.

Themenschwerpunkt: Behinderung

Ende 2019 gab es in NRW rund 1,91 Millionen schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Damit hat – bezogen auf die Bevölkerungszahl von Ende 2018 – etwa jeder neunte (10,7 Prozent) Einwohner des Landes einen gültigen Schwerbehindertenausweis. Knapp ein Viertel (23,7 Prozent) der schwerbehinderten Menschen wies den maximalen Grad der Behinderung von 100 auf.

Mehr als die Hälfte (57,2 Prozent) der Menschen mit einer Schwerbehinderung waren 65 Jahre oder älter. Nimmt man die Altersgruppe der 55 bis 64-Jährigen (21,3 Prozent) dazu, waren mehr als drei Viertel der schwerbehinderten Menschen im fortgeschrittenen Alter. Frauen mit Schwerbehinderung waren mit einem durchschnittlichen Alter von 67,2 Jahren im Mittel älter als Männer (64,0 Jahre).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Schwerbehinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen am 31. Dezember 2019 nach Alter
Altersgruppe Personen Anteile
männlich weiblich männlich weiblich
  unter 15 21 776 13 573 2,3 % 1,4 %
  15 – 24 25 103 17 338 2,6 % 1,8 %
  25 – 34 33 116 27 005 3,5 % 2,8 %
  35 – 44 41 029 39 292 4,3 % 4,1 %
  45 – 54 94 716 97 844 9,9 % 10,2 %
  55 – 64 213 157 193 824 22,4 % 20,2 %
  65 oder älter 523 709 568 789 55,0 % 59,4 %
Insgesamt 952 606 957 665 100,0 % 100,0 %

Bei 94 Prozent der behinderten Menschen war die Schwerbehinderung krankheitsbedingt. Bei weiteren 3,6 Prozent der schwerbehinderten Menschen handelte es sich um eine angeborene Behinderung und bei 1,5 Prozent war ein Unfall oder eine Berufskrankheit die Ursache. 0,2 Prozent hatten Beeinträchtigungen in Krieg, Wehr- oder Zivildienst erlitten.

  • Tabellarische Daten der Grafik
Schwerbehinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen am 31. Dezember 2019 nach der Ursache der Behinderung
Ursache der 1. Behinderung Personen Anteile
  Krankheit 1 795 386 94,0 %
  angeboren 68 921 3,6 %
  Unfall oder Berufskrankheit 28 385 1,5 %
  sonstige oder mehrere Ursachen 14 464 0,8 %
  Kriegs-, Wehr- oder Zivildienstbeschädigung 3 115 0,2 %
Insgesamt 1 910 271 100,0 %

Die häufigsten Behinderungsarten waren Ende 2019 Funktionseinschränkungen beider Beine (6,8 Prozent aller Betroffenen), gefolgt von Funktionseinschränkungen von Wirbelsäule und Gliedmaßen (5,2 Prozent), hirnorganischem Psychosyndrom mit neurologischen Ausfallserscheinungen am Bewegungsapparat (4,3 Prozent) und Neurosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (4,2 Prozent).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Schwerbehinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen am 31. Dezember 2019 nach der häufigsten Art der Behinderung
Art der Behinderung Anzahl Anteile
  Funktionseinschränkungen beider Beine 129 940 6,8 %
  Funktionseinschränkung von Wirbelsäule und Gliedmaßen 99 142 5,2 %
  hirnorganisches Psychosyndrom mit neurologischen
    Ausfallserscheinungen am Bewegungsapparat
81 275 4,3 %
  Neurosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen 79 492 4,2 %
  Blindheit und Sehbehinderung 74 892 3,9 %
  Störungen der geistigen Entwicklung 67 275 3,5 %
  Funktionseinschränkung der Wirbelsäule 64 870 3,4 %
  Schwerhörigkeit, auch kombiniert mit Gleichgewichtsstörungen 51 592 2,7 %
  Funktionsbeeinträchtigung von Herz-Kreislauf
    und weiteren inneren Organen
50 090 2,6 %
  körperlich nicht begründbare (endogene) Psychosen 49 229 2,6 %
Insgesamt 1 910 271 100,0 %

Die Zahl der schwerbehinderten Menschen in NRW ist gegenüber der letzten statistischen Erhebung im Jahr 2017 um 5,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2015 war ihre Zahl um 8,0 Prozent höher.

  • Tabellarische Daten der Grafik
Schwerbehinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen
Jahr
(jew. am 31.12.)
in Millionen
2005 1,64
2007 1,64
2009 1,66
2011 1,69
2013 1,77
2015 1,77
2017 1,82
2019 1,91

In den letzten 20 Jahren erhöhte sich insbesondere die Zahl der Behinderungen aufgrund von Neurosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen: Ihre Zahl hat sich von 11 600 (1999) auf 79 500 (2019) nahezu versiebenfacht. Den zweithöchsten Anstieg gab es bei den Beeinträchtigungen der Funktion der Geschlechtsorgane (überwiegend bösartige Neubildungen), deren Zahl sich von 11 400 auf 47 200 mehr als vervierfacht hat. Die Zahl der Behinderungen aufgrund von Suchtkrankheiten hat sich von 4 400 auf 12 100 gegenüber 1999 nahezu verdreifacht. (IT.NRW).

(133 / 20) Düsseldorf, den 25. Mai 2020

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