NRW: Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Mai 2021 um 24,3 Prozent niedriger – Verbraucherinsolvenzen um 34,2 Prozent höher als im Mai 2020

Freitag, 9. Juli 2021

NRW: Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Mai 2021 um 24,3 Prozent niedriger – Verbraucherinsolvenzen um 34,2 Prozent höher als im Mai 2020

Im Mai 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 290 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt.

Düsseldorf (IT.NRW). Im Mai 2021 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 2 290 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren das 18,0 Prozent mehr als im Mai 2020 (damals: 1 941 Verfahren). Die Entwicklung von Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen war allerdings gegenläufig.

320 der beantragten Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen. Das waren 24,3 Prozent weniger als im Mai 2020 (423 Verfahren). Von den im Mai 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 920 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Trotz der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lag die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren von Unternehmen damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt 2019: 446 Verfahren - 2020: 363 Verfahren).

  • Tabellarische Daten der Grafik
Beantragte Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen
Monat Insolvenzen insgesamt Zu- bzw. Abnahme*) der
Insolvenzen insgesamt
Darunter
Unternehmens-
insolvenzen
Verbraucher-
insolvenzen
Mai 2019 2 284 +3,8 % 443 1 510
Juni 2019 2 008 −14,8 % 397 1 274
Juli 2019 2 276 −7,8 % 471 1 396
August 2019 2 075 −8,8 % 450 1 285
September 2019 2 022 +0,5 % 408 1 301
Oktober 2019 2 279 −5,9 % 500 1 381
November 2019 1 845 −14,5 % 376 1 136
Dezember 2019 1 428 −26,0 % 335 822
Januar 2020 2 271 −8,4 % 489 1 409
Februar 2020 1 914 −5,9 % 414 1 178
März 2020 2 036 −8,3 % 409 1 277
April 2020 1 308 −41,8 % 326 727
Mai 2020 1 941 −15,0 % 423 1 125
Juni 2020 1 927 −4,0 % 338 1 231
Juli 2020 1 779 −21,8 % 428 1 007
August 2020 942 −54,6 % 296 429
September 2020 688 −66,0 % 301 236
Oktober 2020 862 −62,2 % 316 374
November 2020 972 −47,3 % 287 466
Dezember 2020**) 1 226 −14,2 % 326 688
Januar 2021 1 990 −12,4 % 364 1 273
Februar 2021 2 471 +29,1 % 317 1 761
März 2021 3 504 +72,1 % 384 2 517
April 2021 2 665 +103,7 % 392 1 736
Mai 2021***) 2 290 +18,0 % 320 1 510
*) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat; **) einschl. 111 nachgemeldete Verfahren (5 Unternehmen, 106 Verbraucher) des Amtsgerichtes Mönchengladbach aus dem ersten Halbjahr 2020; ***) vorläufige, gerundete Ergebnisse;

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber Mai 2020 um 34,2 Prozent auf 1 510 Anträge. Eine mögliche Ursache für den Anstieg könnte das Ende 2020 beschlossene Gesetz zur weiteren Verkürzung der Restschuldbefreiung sein. Infolge dessen könnten insbesondere überschuldete Privatpersonen vor allem im zweiten Halbjahr 2020 ihre Insolvenzanträge zurückgestellt (Zwölfmonatsdurchschnitt 2020: 846) und diese nun nach dem Jahreswechsel gestellt haben. Gegenüber März 2021 (damals: 2 517) ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen allerdings den zweiten Monat in Folge rückläufig und scheint sich langsam dem Niveau von 2019 (Zwölfmonatsdurchschnitt: 1 319) wieder anzunähern. Neben Verbrauchern und Unternehmen beantragten noch 460 sonstige Antragsteller die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (IT.NRW)

(257 / 21) Düsseldorf, den 9. Juli 2021

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